Auf die kulturelle Bildungsreise an die Westküste Kleinasiens freuen sich insgesamt 27 SchülerInnen aus der Klasse der Fachschule für Erzieher (Oberstufe) und der Klasse der Erzieherausbildung mit Allgemeiner Hochschulreife (EA Unterstufe). Neben Frau Dr. Ulrike Zenk werden die SchülerInnen begleitet von Kornelia Daniel und Karsten Meininghaus.
Am 27. März 2006 startet die Projektgruppe mit dem Flugzeug von Köln nach Izmir. Am ersten Tag werden die TeilnehmerInnen 90 km südlich von Izmir in der Region Kusadasi in der Mitte des großen Golfes von Kusadasi untergebracht: Orientierung und Altstadtbesuch. Am 2.Tag geht es mit dem Bus durch das Mäandertal nach Milet, der antiken Philosophenstadt: Besichtigung und Führung durch die Ruinen von Milet, das große Theater und die Faustina Thermen. Weiterfahrt zur Orakelstätte Didyma: Erkundung der Tempelanlage. Abendessen und Übernachtung in der Region Bodrum. Am 3.Tag steht die große nach Südwesten in die Ägäis ragende Halbinsel Bodrum im Mittelpunkt: Kennenlernen des modernen türkischen Lebens sowie der traditionellen Sitten im antiken Halikarnassos. Abendessen und Übernachtung in der Region Bodrum. Der folgende Tag wird wahlweise auf die griechische Insel Kos führen oder aber in sozialpädagogische Einrichtungen in der Region Bodrum. Eine Projektuntergruppe (1) stellt bereits Kontakte her. Ihr Ziel ist die Vorbereitung und Durchführung von Gesprächen mit türkischen Pädagogen, um Erziehungseinrichtungen, -ziele und –methoden in einem kulturellen Vergleich gegenüber zu stellen. Am 5.Tag fährt die Gruppe über das Taurusgebirge zu dem von der UNESCO anerkannten Weltkulturerbe Pamukkale. Die Kalksinterterrassen gehören zu einem der größten Naturwunder der Türkei. Anschließend: Besichtigung und Führung durch die bis in die spätbyzantinische Zeit besiedelte antike Stadt Hierapolis. Übernachtung in Pamukkale. 6.Tag: Fahrt entlang der reizvollen Landschaft über Tavas nach Kusadasi. Unterwegs Besuch einer Teppichknüpferei mit traditioneller Knüpfkunst. Abendessen und Übernachtung in der Region Kusadasi. Am 7.Tag geht es zu der am besten erhaltenen antiken Stätte Kleinasiens: Ephesus. Nachmittags Besuch der ländlichen Umgebung, des ehemaligen griechischen Bergdorfes Sirince und Selcuks, bekannt für Schmuck- und Lederwaren. Abendessen und Übernachtung in der Region Kusadasi. Am 3.April 2006: Transfer zum Flughafen Izmir und Rückflug nach Deutschland.
(1) Nach der neuen Ausbildungsordnung führen die FachschülerInnen in der Oberstufe selbstständig Projekte durch. Zwei weitere Projektuntergruppen mit interkulturellem Kontext haben sich gebildet: Eine Gruppe will die Auswirkungen einer solchen Bildungsreise auf die Einstellungen der deutschen TeilnehmerInnen gegenüber türkischstämmigen Mitbürgern empirisch erforschen. Ziel ist, die erzieherischen Möglichkeiten von Jugendfahrten in die Türkei im Rahmen der Sozialpädagogik in Jugendeinrichtungen auszuloten. Die dritte Projektuntergruppe beschäftigt sich mit der interkulturellen Ausprägung der weiblichen Geschlechtsrolle bzw. deren Konflikten bei Migrantinnen. Ziel ist, sozialpädagogische Ansätze zu finden (z. B. die Narration), die dem Erwerb einer Geschlechtsrollenidentität unter den Bedingungen kulturell gegensätzlicher Lebenswelten förderlich sind. Ergebnis könnte hier ein Hörspiel sein.
Folgende SchülerInnen nehmen an diesem Projekt teil:
Neuhaus, Melanie. Gamza, Annette. Voy, Svenja. Thiel, Jana. Horst, Madlen. Isik, Nurcan. Gaeta, Gianna. Goseberg, Sarah. Knorr, Nina. Petersmann, Mirjana. Sengül, Kadriye. Özbek, Derya. Akbulut, Gülsüm. Kiran, Nadire. Brockhaus, Rabea. Dominik, Nadja. Grenningloh, Johanna. Reisener, Simon. Müller, Denis. Voit, Barbara. Schmidt, Xenia. Jung, Roxana. Goseberg, Lydia. Pehle, Shari. Goseberg, Nikita. Brüggemann, Melanie. Corica, Angela.
Aus der Fachschulklasse für Erzieher bildeten sich im Kontext des diesjährigen Türkei-Projektes drei Projektuntergruppen mit eigenständigen Aufgabenstellungen. Ihre zusammengefassten Ergebnisse sollen in Auszügen hier ersatzweise an die Stelle einer Projekt-Gesamtauswertung treten.
Ausgangssituation: Die Lebenssituation junger türkischstämmiger Frauen der dritten Migrationsphase weist nach unserer Einschätzung die Tendenz von Verselbstständigungsbestrebungen auf:
Junge Migrantinnen orientieren sich an gleichaltrigen deutschen Mädchen und beanspruchen für sich emanzipatorische Rechte, die in ihrer bisherigen traditionellen Rolle nicht vorgesehen sind. Einige haben Schwierigkeiten mit dem Gebot der Jungfräulichkeit bis zur Ehe, favorisieren Freizeitaktivitäten, die später auch den abendlichen Ausgang einschließen. Sie wollen bei wichtigen Kriterien wie Ehepartner- oder Berufswahl selbst entscheiden und Verantwortung übernehmen. Viele beanspruchen die gleichen Rechte in der Familie wie ihre Brüder und wollen die soziale Kontrolle der Eltern und des Umfeldes durch Vertrauen und Verständnis ersetzen. Migrantinnen sind häufiger bereit als ihre Mütter, unzumutbare Eheverhältnisse durch Trennung und Scheidung aufzulösen (v.a. wenn sie finanziell abgesichert sind). Familiäre Konflikte beschäftigen sie häufig, dabei stehen in der Regel Individualisierungsbestrebungen und Emanzipationsansprüche der jüngeren Generation traditionellen Rollenmustern und Erziehungsvorstellungen der älteren gegenüber.
Lösungsansätze:
Kompetenzen, die so erlernt werden könnten:
Für Hospitationen und Gespräche haben wir in Bodrum folgende Kindergärten besucht:
- Afacan cocuk evi (Kindergarten "Lausbub" mit 40 Kindern)
- Mavi Cizgi (Kindergarten "Blaue Linie" mit 70 Kindern)
Beide Kindergärten sind private Einrichtungen. Sie werden vom Staat regelmäßig kontrolliert. Es gibt einige Vorschriften, die sie einhalten müssen (z.B. Anzahl der Kinder in einer Gruppe).
Die Eltern der Kinder zahlen jeden Monat einen Beitrag von 300 YTL. Dieser
Beitrag ist nicht vom Einkommen der Eltern abhängig. Mit dem Geld wird alles
finanziert wie z. B Strom, Miete, Nahrungsmittel für die Kinder, aber auch der Lohn der Erzieherin, der Reinigungs- und Wirtschaftskraft.
Eine Erzieherin hat in der Türkei im Vergleich zu Deutschland eine andere Ausbildung. Sie muss zunächst ein Abitur ablegen, danach folgt eine Prüfung für den Zugang zu den Universitäten. Dieser ist in der Türkei einem strengen Auswahlverfahren unterworfen. Bedingung ist die erreichte Punktzahl von 380. Anschließend wird ein Studium von vier Jahren absolviert.
Der systematische Ausbau des Bildungswesens geht auf ein umfassendes Bildungsprogramm Atatürks zurück. Seit der Gründung der Republik gibt es eine allgemeine Schulpflicht für die Grundschule und den gebührenfreien Besuch aller staatlichen Schulen. Es besteht allgemeine Schulpflicht für die Dauer von 9 Jahren (2000). So konnte der Alphabetisierungsgrad auf 86,5 Prozent angehoben werden (2003). In einigen ländlichen Gebieten ist die Ausstattung mit Bildungseinrichtungen noch gering. Kindergärten sind im Allgemeinen noch nicht sehr verbreitet.
Gruppenstruktur
Die Gruppen setzen sich aus gleichaltrigen Kindern zusammen, das heißt 1-3 jährigen (Sirinler = Süße) und 4-6 jährigen Kindern (Afacanlar = Lausbuben).
Religiöse Erziehung im Kindergarten
Seit den Reformen Atatürks (1923) werden in der Türkei Staat und Religion
voneinander getrennt . Seit 1928 ist der Islam nicht mehr die
offizielle Staatsreligion der Türkei. Trotzdem bekennen sich 99 Prozent der
Bevölkerung zum Islam (sie sind in der Mehrzahl Sunniten, daneben gibt es
auch eine starke allewitische Glaubensgemeinschaft). Religiöse Erziehung findet also im Kindergarten nicht statt.
Folgende Feste werden im Kindergarten gefeiert:
- Ulusal Egemenlik ve Cocuk Bayrami am 23. April
- Atatürk´ü anma Genclik ve Spor Bayrami am 19. Mai
- Zafer Bayrami am 30. August
- Cumhuriyet Bayrami am 29. Oktober
Projekte
In den Einrichtungen werden jede Woche neue Projekte angeboten wie z. B die Jahreszeiten, Meerestiere / Säugetiere, Früchte, Wald, Feuerwehr, Polizei etc.
Gezielte Beschäftigungen
Neben dem Freispiel gibt es in den Kindergärten einen weiteren wichtigen
Bereich: "Gezielte Beschäftigung". Dazu gehören Liedeinführung,
Fingerspiele, Bilderbücher, Sozialerziehung, Falt- und Farbtechnik, Übungen
des täglichen Lebens, Bewegungserziehung, Englisch-Unterricht (ab 5. Lj.),
Schwimmunterricht, Kino- und Theaterbesuche, Sprachförderung (Muttersprache),
DVD-Stunden und Ballett. Die Stärken und Schwächen, die die Kinder in diesen Bereichen aufweisen, werden mit den Eltern reflektiert.
Aufgaben der Erzieherin
- annehmen - planen
- führen - durchführen
- anregen - reflektieren
- motivieren - Erlebnisse für das Kind schaffen
- Hilfestellung anbieten - Zeit für Gespräche
- mitspielen - beobachten
Erziehungsziele
Soziales Verhalten
Das Kind soll in seiner erlebten Umgebung die gesellschaftlichen und
kulturellen Normen und Werte kennen und leben lernen.
Verantwortung
Dem Kind soll deutlich werden, dass jeder für sein Wohlbefinden, für seine
Gefühle, Sorgen, Ängste, Hygiene, für seine Freunde, Erfolge und Misserfolge
mitverantwortlich ist.
Selbstbewusstsein
Das Kind soll lernen, die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse seiner
Person wahrzunehmen, zu erkennen und gegebenenfalls auszuleben.
Vertrauen
Das Kind soll ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln können, indem
gegenseitiges Vertrauen geübt wird.
Erziehungsstil
Die Erzieherinnen der Einrichtungen Afacan cocuk evi und Mavi Cizgi erziehen die Kinder in einem demokratischen Erziehungsstil. Sie lassen die Ideen der Kinder in den Alltag mit einfließen. Den Kindern wird auch viel Freiraum gegeben. Die Erzieherinnen vertreten die Meinung, dass man Kindern nicht zu viele Grenzen setzen sollte.
Freispiel
Die Kinder können sich in der Freispielphase ihr Material, den Platz, den Spielpartner und die Spieldauer selbst wählen oder an einem Freispielangebot teilnehmen. Die Freispielphase bietet den Kindern die Möglichkeit, sich frei zu entfalten.
Stuhlkreis
Im Stuhlkreis werden mit der Gesamtgruppe verschiedene Angebote durchgeführt, z.B. Geschichten erzählt, Bilderbücher betrachtet, Lieder gesungen, Fingerspiele, Zungenbrecher und Ratesspiele.
Spiel im Freien
Das Spiel der Kinder verlagert sich bei angemessenem Wetter nach draußen.
Dort können sie ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Jedoch gehen die
Gruppen immer einzeln raus. Da das Wetter überwiegend gut ist, wird mit den Kindern viel im Garten gearbeitet, z.B. Zitronen-, Mandarinen- und Orangenbäume eingepflanzt. Je nach Bedürfnis können die Kinder auch draußen malen oder basteln
(Akbulut, G./Isik, N./Kiran, N./Özbek, D./Sengül, K.).
„Was mich sehr positiv beeindruckt hat, war dieses Pärchen in einem Dorf. Es waren zwei sehr alte Menschen, die Hand in Hand die Straße entlang schlenderten. Sie sahen so glücklich und zufrieden aus. Als ich darüber nachdachte, fiel mir auf, dass dieses Bild auch in Deutschland sehr selten geworden ist. Dass uns dieses Pärchen auch noch in einem Dorf begegnete, erschien mir noch außergewöhnlicher, weil ich zuvor davon ausging, dass die Menschen in Dörfern noch stärker an Traditionen gebunden sind als die in der Stadt.“
„Von der Atmosphäre und Stimmung im türkischen Kindergarten war ich sehr begeistert. Wir wurden mit viel Wärme und Gastfreundschaft empfangen.
Die Erzieherinnen machten überhaupt keinen gestressten Eindruck, sondern waren eher sehr gelassen. An ihrer positiven Ausstrahlung konnte man richtig sehen, dass ihnen der Beruf Freude macht. Sie haben sich viel Zeit für uns und unsere Fragen genommen. In Deutschland dagegen hat man oft den Eindruck, dass die Menschen nicht so viel Zeit haben und nicht flexibel sind.“
„Der Kindergarten war sehr familiär eingerichtet, was den Erzieherinnen auch ein wichtiges Anliegen ist. Ebenfalls gefiel mir, dass die Erzieherinnen den demokratischen Erziehungsstil praktizieren. Die Erzieherinnen haben uns berichtet, dass die Jungen sich nicht wie Paschas verhalten, sondern genauso aufräumen wie die Mädchen. Was mich auch beeindruckt hat, war die herzliche und liebevolle Verabschiedung.“
„Ich hätte nicht gedacht, dass die Erzieherinnen so modern sind. Keine von ihnen trug ein Kopftuch und sie trennen Religion und Erziehung. Diese Punkte haben mich alle sehr positiv überrascht.“
„Unser Reiseführer war sehr sympathisch und engagiert. Er hat sich viel Mühe gegeben, eine möglichst lehrreiche Fahrt für uns zu organisieren. Dies hat er meiner Meinung nach auch geschafft. Wir haben in den 8 Tagen intensive Einblicke in die türkische Kultur erhalten. Ich persönlich fand es auch ziemlich interessant, als unser Reiseführer über seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mit der türkischen Kultur und den Traditionen berichtet hat, z.B. dass es für die Türken aus den Dörfern schwer ist, sich selbst in den großen Städten wie Istanbul oder Ankara zu integrieren. Denn in den Dörfern herrschen zum Teil noch ganz andere Traditionen als in den Städten, die Menschen in den Städten sind weltoffener als die Menschen aus den Dörfern.“
„In der Türkei wird viel Wert auf Familie gelegt, so dass Eltern, Großeltern, Kinder, Neffen, Nichten, Tante, Onkel zusammen wohnen und für einander Verantwortungsgefühle haben. Dies finde ich im Vergleich zu Deutschland sehr positiv, da bei uns die ganzen Familien eher auseinander gehen und der Familienzusammenhalt nur in wenigen Familien der Fall ist. Bei uns wird momentan viel Wert auf Karriere gelegt und Familie und Kinder geraten eher in den Hintergrund.“
„In der Türkei haben uns türkische Männer zwar sehr oft angeguckt und auch angesprochen, aber sie wurden so gut wie nie aufdringlich und sie konnten auch eher als die türkischen Jungen und Männer in Deutschland ein ,,Nein“ akzeptieren. In Deutschland dagegen habe ich schon öfter das Gefühl gehabt, dass die türkischen Jungen keine Grenzen kennen und bei einem ,,Nein“ schnell aggressiv werden.“
„Was das Verhalten der Männer angeht, habe ich mich sehr gewundert. Sehr auffällig war, dass sich vor allem abends so gut wie keine Frauen in der Stadt aufgehalten haben. Gerade aus dem Grund müsste man davon ausgehen, dass die Männer umso anstrengender gewesen wären. Das war aber seltsamerweise keineswegs der Fall. Wir sind nicht bedrängt worden. Das hat mich sehr positiv überrascht.“
„Mir ist aufgefallen, dass nur wenige Frauen ein Kopftuch getragen haben. Sie wirkten nicht anders als deutsche oder andere europäische Frauen. Ihr Auftreten unterschied sich nicht von unserem. Auch Paare haben wir oft gesehen. Und zwar nicht so, dass die Frau mit den schweren Einkaufstüten hinter dem Mann herging. Wir haben sie als richtiges Paar beobachten können. Hand in Hand. Gleichberechtigt.“
„Mein allgemeiner Eindruck von den Türken in der Türkei war sehr positiv.
Im Nachhinein finde ich es etwas schade, dass ich so wenig Erlebnisse mit türkischen Jugendlichen hatte, vor allem mit Mädchen. Wenn wir abends weggegangen sind, sind wir so gut wie nur türkischen Männern begegnet.“
„Die Türken in der Türkei sind zum Teil viel weltoffener als die in Deutschland lebenden Türken. Ich habe die türkische Kultur auf eine ganz andere Art kennen gelernt.“
„Ich finde es sehr schade, dass die Türken, die hier leben, oft einen falschen Eindruck vermitteln, der dann von vielen verallgemeinert wird. Ich kann nicht sagen, dass ich meine Einstellung gegenüber den Türken, die hier leben, großartig geändert habe, aber ich bin sehr froh darüber, dass ich in der Türkei selbst ganz andere Erfahrungen machen konnte.“
„Allgemein kann ich sagen, dass die Studienfahrt sehr interessant und erlebnisreich war. Ich habe in den 8 Tagen viele Eindrücke gesammelt und ich werde versuchen, meine Erfahrungen bei der Integration zu berücksichtigen und mit einzubeziehen.“
„Ich bin der Meinung, dass man die in Deutschland lebenden Türken nicht mit den Türken in der Türkei vergleichen kann. Die Menschen hier fühlen sich oftmals weder hier in Deutschland noch in der Türkei zu Hause oder werden in keinem der Länder richtig akzeptiert. Die Türken sind in ihrer Heimat ganz anders als hier in Deutschland, sie leben dort viel moderner.“
„Insgesamt hat das Türkeiprojekt unsere Einstellungen zur türkischen Kultur, zu dem Land und den Menschen positiv beeinflusst. Dieses Ergebnis spiegelt sich auch in einer „kleinen“ quantitativen Befragung der Teilnehmer der Bildungsreise vor und nach der Fahrt wieder. Hier ein paar ausgewählte Ergebnisse:
Auf die Frage
„Würdest du eine türkische Frau / einen türkischen Mann heiraten?“antworten vor der Fahrt 32 % mit „Ja“, nach der Fahrt 42 %.
Die Frage
„Waren deine Erlebnisse mit türkischen Mitmenschen bisher positiv?“
beantworten vor der Fahrt 62 % mit „Ja“, nach der Fahrt stieg diese Zahl auf 85 %.
Bei der Frage
„Würdest du in islamischen Ländern arbeiten?“
steigen die Ja-Antworten von 50 % (vor) auf 53 % (nach der Fahrt).
Die Frage
„Beziehst du die türkische Kultur mit in deine Lebensgewohnheiten ein?“
wird vor der Fahrt von 38 % mit „Ja“, nach der Fahrt von 65 % mit „Ja“ beantwortet“
(Gaeta, G./Gamza, A./Goseberg, S./ Horst, M./Neuhaus, M.).
F. d. R. Dr. U. Zenk
15. Mai 2006