„Wir tun was gegen den Klimawandel“ – Arbeitsgruppen der beiden Berufskollegs am Raithelplatz präsentieren ihre Ergebnisse
Probleme des Klimawandels werden seit vielen Jahren erörtert und die dramatischen Entwicklungen der letzten Zeit (wie Kyrill) haben bewirkt, dass sich sogar Politiker mit diesem Thema beschäftigen. An den beiden Lüdenscheider Berufskollegs erforscht seit 3 Jahren eine Energie- und Umweltgruppe aus Schülern und Lehrern Energiesparmaßnahmen, denn die wichtigste Energiequelle in Deutschland ist immer noch die Energieeinsparung. Das Motto der Gruppe lautet „Fifty-Fifty“: Die Hälfte der eingesparten Energie bekommt der Märkische Kreis als Schulträger, die andere Hälfte können die Kollegs selbst verwalten. Außer der Erarbeitung von Sparmaßnahmen geht es in der Gruppe auch um Umweltbildung. Dazu wurden in diesem Schuljahr bereits mehrere Exkursionen durchgeführt, z. B. an den Versestausee, um das Wasserwerk der Stadt Lüdenscheid kennen zu lernen. Auch Seminargruppen wurden gegründet, die ihre Ergebnisse am 27.02. in der Empore der Schulbibliothek präsentierten.
Die erste von ihnen beschäftigte sich mit den Ursachen der globalen Erwärmung: Sie zählte die Faktoren auf: CO2 (entsteht durch Verbrennungsvorgänge aller Art), Methan (CH4, bildet sich z. B. beim Reisanbau und bei der Massentierhaltung), Distickstoffoxid (N20, verursacht durch Verbrennungen und Düngung in der Landwirtschaft) und den in der Atmosphäre immer noch vorhandenen Ozonkiller FCKW. Besonderen Akzent legte die Gruppe auf die gegenwärtig noch unwägbaren Risiken, wie die gewaltigen Mengen Methangas, die in den Weltmeeren und Frostböden im nördlichen Sibirien gespeichert sind. Falls diese Mengen durch die Erderwärmung freigesetzt würden, sind sie möglicherweise in der Lage, die gesamte Menschheit zu vergiften.
Die zweite Arbeitsgemeinschaft beschäftigte sich mit der Alternativenergie Wasserkraft. Weltweit gesehen ist sie aufgrund des großen noch nicht genutzten Potentials von großer Bedeutung. Andererseits ist der Ausbau wegen des enormen Eingriffs in Natur und Landschaft aber auch skeptisch zu betrachten.
Das dritte Projekt betraf die Globalisierung, insbesondere den gerechten Handel („Fair Trade“). Um die weltweiten Handelsbeziehungen zu verdeutlichen, demonstrierten vier Schülerinnen vom Schulstandort Plettenberg in einem Spiel, auf was wir alles verzichten müssten, wenn es den interkontinentalen Warenaustausch nicht gäbe: Kaffee, Kakao, Tee, fast die gesamte Bekleidung, Benzin, Öl etc.. Andere Schüler hatten eine Mitarbeiterin des „Eine-Welt-Treffs“ in Lüdenscheid eingeladen und interviewt. Der Welthandel zu fairen Bedingungen lohne sich für alle Beteiligten: Die Bauernfamilien einschließlich der Plantagenarbeiter erhielten faire Preise und Löhne. Weil Kinderarbeit nicht mehr notwendig wäre, könnten die Kinder in die Schule gehen. Die Verbraucher hierzulande würden qualitativ hochwertige Lebensmittel genießen und Entwicklungsprozesse in der dritten Welt unterstützen. Gleichzeitig entstünden Anreize für die Umstellung auf den ökologischen Anbau.
Am Ende gab es für alle Arbeitsgruppen großen Applaus. Die Lehrer der Umweltgruppe lobten das Engagement und waren von der Methodenkompetenz ihrer jugendlichen Umweltaktivisten sehr angetan.