Die professionelle Arbeit des Beratungsteams

Das Beratungsteam am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg setzt sich aus Lehrkräften (Rüdiger Drallmeyer, Dagmar Alfes, Yvonne Lasitza, Claudia Rademacher) zusammen, die für hilfreiche Beratungsarbeit fachkundig ausgebildet sind. In seiner Beratungsarbeit orientiert sich das Team an aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen der psychologischen Forschung. Diese besagen eindeutig: Wer in Krisenzeiten eine/n hilfreiche/n Gesprächspartner/in gefunden hat,

Indem die zuhörenden Beratungslehrer aufmerksam zuhören, ohne zu bewerten oder zu steuern, kommt es bei der Hilfe suchenden Person oft schon zu einer größeren Selbstöffnung, Angstminderung und Klärung der eigenen Situation.

Die Hilfe suchenden Personen kommen freiwillig in die Beratung. Es ist eigentlich immer so, dass sie sich unwohl, orientierungslos oder hilflos fühlen. In der Beratung bestimmen sie natürlich grundsätzlich selbst, worüber sie sprechen möchten. Dabei dürfen sie sich der absoluten Verschwiegenheit der zuhörenden Gesprächspartner/innen gewiss sein; nur so ist es möglich, dass Vertrauen zwischen den Beratenden und den meist jungen Hilfesuchenden entstehen werden kann.

Nicht selten stärken sich bei denen, die Beratung in Anspruch nehmen, durch das Beratungsgespräch das Selbstwertgefühl und der Glaube an die eigenen inneren Kräfte zur Problembewältigung. Auch finden sie oft ein klareres Verständnis für ihr eigenes Problem, das bis dahin meist in einer „trüben Nebelwand” liegt.

Der/Die Berater/in fragt zunächst nach den Wünschen und Zielen der Person, die in die Beratung kommt; denn es ist wichtig, dass die Person, die nach Hilfe sucht, sich erste Ziele vorstellen kann, auf die sie hinarbeiten möchte. Oft stellen sich schon die ersten Weichen für eine Lösung, indem das Problem ausführlich und ganz in Ruhe geschildert wird.

Im weiteren Gespräch werden schließlich die Wege herausgearbeitet, die die Person gehen könnte, um sich in ihrer Lebenssituation wieder wohler zu fühlen.

Was macht Beratung für junge Menschen oft erforderlich?

Nicht selten leiden junge Lernende unter schwierigen Beziehungen, Beziehungsabbrüchen oder unter Beziehungslosigkeit — und den gleichzeitig hohen Leistungserwartungen, die von anderen Menschen (Eltern, Lehrer, Arbeitgeber) an sie gestellt werden. Sie spüren dabei ein großes Maß an Ungeborgenheit, innerer Leere und Angst.

Manche jungen Menschen fühlen sich nach zahllosen leistungsmäßigen Misserfolgen, die sie in ihrer bisherigen Schullaufbahn erlebten, auch sozial ausgegrenzt — und nicht wenige fliehen vor der als belastend erlebten Wirklichkeit, mit ihren als viel zu hoch empfundenen Anforderungen.

Mit ihren Wünschen nach Entlastung und Geborgenheit, sind viele von ihnen auch zunehmend bereit, gesundheitsgefährdende Substanzen auszuprobieren und zu konsumieren.

Die psychische Instabilität von immer mehr jungen Menschen wirkt sich natürlich auch im Schulunterricht und im Klassenverband aus. Lehrerinnen und Lehrer beobachten bei Schülern zunehmend Konzentrationsmängel, motorische Unruhe, Kommunikationsprobleme, mangelnde Konfliktfähigkeit und psychosomatische Symptome. Viele dieser Jugendlichen leiden in ihren ganz persönlichen Lebenskrisen. Das heißt auch, immer mehr junge Menschen haben einen großen Bedarf an Halt, persönlicher Annahme, seelischer Entlastung und den Wunsch nach Orientierung für ihr weiteres Leben, den sie in ihrem persönlichen Lebensumfeld nicht mehr hinreichend bekommen.

Das Beratungsteam hilft in aktuellen Krisensituationen

Schülerinnen, Schüler und Studierende des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs, die unter schulischen Schwierigkeiten oder persönlichen Lebenskrisen leiden, haben die Möglichkeit, mit vier Fachlehrkräften für Lebensberatung offen darüber zu sprechen, was sie belastet. Sie erleben dort, dass ihnen freundlich und vorurteilslos begegnet wird. Sie können bei der „außenstehenden” beratenden Person Verständnis und Annahme spüren, sowie die Bereitschaft, sie möglicherweise über einen Zeitraum hinweg mit Hilfe regelmäßiger Gespräche zu begleiten.

Die Beratungslehrkräfte: Frau Alfes, Herr Drallmeyer, Frau Janning und Frau Lasitza haben offene Sprechzeiten, in denen sie in ihrem Beratungsraum C 2.14 anzutreffen sind. Darüber hinaus vereinbaren sie je nach Bedarf mit den Hilfesuchenden individuell Beratungstermine.

Schülerinnen, Schüler und Studierende, die die Beratung aufsuchen möchten, können, wenn sie es möchten, für die Zeit der Beratung vom Unterricht freigestellt werden. Sie bekommen dann von der Beratungslehrkraft eine Bescheinigung, dass sie an einem persönlichen Beratungsgespräch teilgenommen haben. Wir gehen davon aus, dass problembeladene Personen sich ohnehin nicht auf den Unterricht konzentrieren können, so dass es hilfreicher sein kann, wenn sie die offene Sprechstunde in der Beratung in Anspruch nehmen.

In manchen Fällen kann es auch erforderlich sein, Rat und Hilfe suchende Personen zu außerschulischen Hilfs-, Beratungs- und / oder Therapieeinrichtungen zu vermitteln. So versteht sich das Beratungslehrerteam auch als Bindeglied in einem Netzwerk spezifischer örtlicher Hilfs- und Beratungsdienste.

Das Beratungssystem am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg

Das gesamte Beratungssystem am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg ist umfassend und differenziert. So wird die Aufgabe der Schullaufbahnberatung in der Regel von der Schulleitung und den Fachleiter/innen der einzelnen Schulformen des Kollegs wahrgenommen. Zur Vermittlung in Konfliktsituationen zwischen Lehrkräften und Schülern bzw. Klassen können die SV-Verbindungslehrkräfte in Zusammenarbeit mit der Schülervertretung um Hilfe gebeten werden. Eine andauernde Konflikthaftigkeit innerhalb einer Klasse kann die Zusammenarbeit mit der Mediatorin erforderlich machen. Bei Problemen von Schülern mit stoffgebundenen Abhängigkeiten (Suchtproblemen) kann der Fachlehrer für Suchtprophylaxe einbezogen werden. Und bei der Vermittlung zwischen Lehrkräften und Schulleitung leistet der Lehrerrat seine hilfreiche Arbeit.